Wie im Himmel, so auf Erden*

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Erkannt? Hier spiegelt sich der Berg mit Bäumen und Schnee in der glatten Wasserfläche. Plansee Nov 2017

Wie jetzt? Ganz identisch? Der Himmel fällt mit der Erde zusammen? Wie der Berg durch die Spiegelung des Wassers. Da wäre dann alles gleich, bloß umgekehrt. Kann man auf der Erde sein und gleichzeitig im Himmel ? Oder kann man wenigstens in den Himmel hineintanzen?

Himmel – das gilt immer schon als Sehnsuchtsort. Für Frieden, für Gerechtigkeit, für das Ende von Leiden, für Lachen.
Erde – das galt lange als Jammertal, als Elendsort, als Ort von Herrschaft und Unterdrückung, Krieg.
Und immer gab es den Gedanken, den Himmel auf die Erde zu holen. So wie die Sterne. Zu einem ganz besonders leckeren Essen sagt man, es schmecke himmlisch. Ein Tag kann sich anfühlen, als wäre man im Himmel. Ein Liebesmoment sowieso.

Für viele gibt es sowieso keinen Himmel. Alles, was zählt und von Bedeutung ist, geschieht auf der Erde. Darüber hinaus – wilde Spekulation oder bloße Vertöstung. Und folglich darf es auf Erden bereits himmlisch zugehen.

Ich halte weder die strikte Gegenüberstellung noch die Gleichsetzung für angemessen. Interessanter und inspirierender finde ich die Spannung zwischen Himmel und Erde. Auf der Erde die Sehnsucht nach dem wach halten, was als himmlisch gilt. Damit es viele himmlische Momente im Leben gibt. Und auch Zustände, die das Prädikat himmlisch verdienen: Waffenruhe, ein sicheres Dach über dem Kopf, eine bunte, fröhliche Gesellschaft – so wie die am letzten Samstag bei der Demo #unteilbar in Berlin.

Himmlisch irdisch leben und irdisch himmlisch leben

Jedes humorvolle Lachen ist ein Stückchen Himmel auf Erden. Es bedeutet ein bisschen kritischen Abstand zu allem Irdischen und ein bisschen Nähe zu Himmlischem.
Und letztlich sind es eh nur Bilder, aber starke Bilder.

Darüber habe ich neulich bei der Landesgartenschau in Bad Schwalbach einen Gottesdienst gehalten. Ich hatte ein Leiter dabei, die ich abwechselnd rauf- und runtergeklettert bin. Danach, als wir noch so rumstanden, kam eine Frau mit ausgebreiteten Armen zu mir und sagte: „Ich möchte mit Ihnen tanzen!“ Bei der ersten Umdrehung fiel mir ein Lied ein, dass wir oft im Kurs „Clown*in im Altenheim“ singen. Das kann ich auswendig, meine Tanzpartnerin konnte es auch. So haben wir gesungen und getanzt:

„Ich tanze mit dir in den Himmel hinein, in den siebenten Himmel der Liebe …“

* Das ist eine Zeile aus dem Gebet „Vater unser“.

 


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