In der Kirche duftet es nach Markt

Marktkorb (Mobil)Bei uns ist Freitags Markt und manchmal gibt es zur Marktzeit in der Kirche ein Orgelkonzert. Also kaufe ich zuerst mein Obst, Brot und Gemüse und – wie immer – einen Strauß Blumen und gehe damit in die Kirche. Wie es scheint, bin ich die Einzige, die ihre Einkäufe mit nimmt. Waren die anderen gar nicht auf dem Markt, oder haben sie alles irgendwo anders verstaut? Mir gefällt gerade die Kombination. Und mir fällt eine gewisse Komik auf. Weil Einkaufskorb und Kirche doch nicht so recht zusammen zu passen scheinen. Wie sie alle guckten, als ich den schweren Korb in die enge Bankreihe wuchtete! Jetzt steht der Korb da am Boden neben meinen Füßen und verbreitet den Duft seiner Inhalte. Am intensivsten nehme ich die Blumen wahr. Der Lauch hat ja fast was Strenges. Der Duft des warmen Brotes mischt sich darunter. Unter den Äpfeln wird doch hoffentlich kein fauliger sein, denn auch sie kann ich riechen. Aber wie gut, dass sie überhaupt riechen, nein, duften. Ich freue mich daran ebenso wie ich dann von der Orgelmusik ergriffen bin. Hier gab es was für Leib und Seele, für mich auf alle Fälle.

Essenszutaten in der Kirche! Eben erst waren die Kirche geschmückt mit Kürbissen, Äpfeln, Brot, Trauben und Blumen. Da leuchtete und duftete es nur so in der Kirche. Das war zum Erntedankfest.

Essen in der Kirche! Mindestens einmal im Monat gibt es das Abendmahl. Nun, ein richtiges Essen ist es nicht, es duftet auch kaum, es sein denn, man kann den Wein oder den Saft riechen. Der eine Schluck schmeckt durchaus intensiv. Und wenn es Brotstückchen anstelle von Hostien gibt, breitet sich beim langen Kauen sogar eine Süße im Mund aus.

Meine Kollegin, die Künstlerin und Clownin Gabi Erne, hat auch schon auf dem Altar Suppe gekocht. Da hat es vielleicht geduftet in der Kirche! Das Abendmahl war dann ein köstliches Suppenessen, bei dem wir uns gegenseitig die Löffel in den Mund geschoben haben. Manche Kirche laden zur „Dinner Church“, das muss köstlich sein. Mit ganz unterschiedlichen Menschen und dem, was sie fürs Essen vorbereitet haben, an einem großen Tisch sitzen, speisen und reden und lachen.

Mir kommt die Idee, dass man an Markttagen in der Kirche eine Marktsuppe kochen könnte, auf Gaskochern. Wenn der Altar zum Schnippeln zu klein sein sollte, stellt man eben noch andere Tische auf. Die wird man zum Essen später eh brauchen. Dazu Tafelmusik von der Orgel. Für Leib und Seele eben.


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