Was für ein Glück!?

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Mein allmählicher verblühender Klee auf dem Balkon – alles schön dreiblättrig

Beherzter, erfreuter Ausruf oder kritische Rückfrage? Neulich fand in Kaiserslautern unter dieser Überschrift der ökumenische Frauentag statt und ich hatte mich dafür zum Glück auf gut Glück mit Glück befasst. Glücksratgeber, Glücksbringern, Glücksreporte, Glücksforschung, Unterrichtsfach Glück, Weltglücksreport, Glücksranking – die Sehnsucht nach Glück scheint riesig und das Geschäft mit dem Glück boomt. Was mir am meisten aufgefallen ist: Glück wird verbunden mit einem gewissen Lebensstandard und mit doch sehr konservativen Vorstellungen von einem guten Leben. Leben Sie in einer Partnerschaft? Wie hoch ist Ihr durchschnittliches Jahreseinkommen? Können Sie sich Urlaub leisten? Wie ist Ihre Wohnsituation? Gibt es pflegende Angehörige in Ihrer Familie? Meiner Ansicht nach sind das eher Fragen nach Wohlstand, noch nicht einmal nach Zufriedenheit und schon gar nicht nach Glück. Dabei handelt es sich allenfalls um das, was Konsum orientierte Menschen – und das sollen wir ja offensichtlich sein – für die Voraussetzung von Glück halten könnten. Erst müsse man sich noch dies und das beschaffen, dann könne ja vielleicht das Glück eintreten.

Merkwürdig ist nur: Je mehr wir all diese Dinge beschaffen, desto größer wird die Glückssehnsucht. Auch das ist vermutlich gewollt, denn dann geben wir nochmal mehr Geld aus und strengen uns noch mehr an. Denn das Glück ist ja bekanntlich nur mit den Tüchtigen. Wenn es auch immer wieder Menschen geben soll, die mehr Glück als Verstand haben.

Die Ware Glück / Das wahre Glück

So, zur Ware verkommen, vermag das Glück doch überhaupt nicht glücklich zu machen. Es ist dann irgendetwas anderes, Ausdruck für all das, was wir heutzutage wohl sein sollen – fit, gesund, schön, toll, lustig, erfolgreich – aber nicht mehr das Glück. Obwohl – es könnte sogar sein, dass das Glück einem im Fitnessclub begegnet, denn es lässt sich  von solchen Äußerlichkeiten nicht abhalten. Zum Glück! Beim Versuch, sein Glück zu machen, könnte es sein, dass einem das Glück winkt, oder einen gar verfolgt. Aber anders.

Glück hat etwas Zauberhaftes an sich. Man kann es machen und doch nicht. Es ist eine Erfahrung, die über dieses Entweder von Zufallsglück und Oder von machbarem Glück hinausführt. Glück wird wohl subjektiv erlebt, bezieht sich aber auf etwas deutlich Wahrnehmbares. Auch in dieser Beziehung geht es über ein Entweder von subjektiv und objektiv hinaus. Glück versetzt nicht nur in eine gute Stimmung, es bringt auch Beziehungen, Verhältnisse, Kontakte in Stimmung. Glück macht jedenfalls nicht einsam, sondern lässt einen Verbundenheit spüren – selbst wenn es sich um ein stilles Glück handeln sollte. Was als Gegensätze oder Widersprüche gedacht werden mag, im Glück findet es Verbindung.

Zu all den Sinnsprüchen über das Glück füge ich also beherzt noch welche hinzu:

Glück tritt nicht völlig ohne mein Zutun ein, aber machbar ist es trotzdem nicht.
Glück ist unverfügbar und doch absolut zugänglich.
Glück gilt nicht nur mir allein, aber wahrnehmen muss ich es selbst.
Im Glück bin ich verbunden, mit wem oder was auch immer.
Es gibt ein stilles Glück, aber kein einsames.
Glück kann zart oder still sein, laut oder ekstatisch – immer hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Glück kann mich aus meinem Alltag herausreißen und mich ganz anders wieder hineinstellen.
Glück ist ein Fall für alle Lebenslagen.

Und natürlich haben wir in Kaiserslautern auch an den Seligpreisungen weitergeschrieben. Die neuesten Beiträge dazu also hier auf dieser Seite.

 


Ein Gedanke zu “Was für ein Glück!?

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