Mit Frau Seibold beim Katholikentag

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Gisela Matthiae als Frau Seibold, Adele

„Was ist schon natürlich?“ heißt die Veranstaltung im Zentrum Frauen und Männer am 26.5.2016 beim Katholikentag in Leipzig. Frau Seibold ist auch dabei, in ihrem lila Schößchenkleid, das zwar ganz schön retro ist, aber zumindest mit der Farbe kann sie nichts falsch machen.

Wie sie so da steht, sieht sie schon aus wie eine Frau, aber genau wissen kann man es nicht. Was ist schon natürlich? Wo es doch jetzt in der Kosmetik den „nude-look“ gibt. Da schminkt man sich ausführlich, mit Grundierung, concealer und all sowas, um dann, am Ende, also wenn alle Produkte gekonnt aufgetragen sind (wer’s nicht kann, Schmink-schule im Internet!) so auszusehen, als hätte man sich nicht geschminkt. Haha, das ist die neue Natürlichkeit. So, und jetzt frage ich Sie: „Was ist schon natürlich?“

Trotzdem behaupten ja viele, das mit der Biologie sei ganz eindeutig, auch die Hirnforschung habe das bestätigt und so weiter, dass Frauen halt was anderes sind als Männer, natürlicherweise. Also gut, wenn schon so viel Wert auf die angeblich reine Natur gelegt wird, dann komm ich jetzt mal so:

Jeder Mensch, also wirklich alle, älle auf gut Schwäbisch gesagt, waret mal 6 Wochen lang weiblich. Wirklich, im Mutterleib, so als ganz kleine Dinger, als Fötus. Ja, des hängt zusammen mit den Chrysanthemen, oder wie des heißt. Erst nach sechs Wochen macht sich dann so ein Y-Chromargan bei manchen auf den Weg und sorgt für des ganze Gebamsel da, Sie wisset scho. Des heißt doch, dass jeder Mann mal weiblich war. Sie, jetzt frage ich sie, wenn jeder Mann mal weiblich war, was heißt des eigentlich fürs Priesteramt? Zumindest für 6 Wochen müsset es den Frauen dann auch erlaubt sein, oder überhaupt. Also, ich mein ja bloß, wenn man schon streng biologisch argumentiert…

Auf die Antworten bin ich gespannt. Die Veranstaltung ist übrigens in der Marschnerstraße 30, von 14.00 – 15.30 Uhr. Hier das Programm


3 Gedanken zu “Mit Frau Seibold beim Katholikentag

  1. Ach, Frau Seibold, Sie sind eifach die Klügschte! Ich drück die Daumen, dass Sie ein paar kirchenobere überzeugen können, etwas weiter zu zählen als über die 12 hinaus… Viel Erfolg in Leipzig!
    Herzlich Annegret Z.

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    1. Liebe Annegret, Frau Seibold hat erfahren, dass es auf die Frage nach einer Geburt „Was ist es denn?“ bei
      4-5% der Säuglinge keine eindeutige Antwort möglich ist. 4-5% – ganz schön viele, hätten Sie das gedacht? Da haben sich doch einige schwer gewundert, die an der Natürlichkeit von zwei und nur zwei Geschlechter keinesfalls rütteln wollen und alles andere als Gender-Ideologie bezeichnen und dafür sogar den Papst zititeren wollen. Doch das sind Internet-Enten, denn der Papst hat neulich immerhin der Unterscheidung von sex (biologisches Geschlecht) und gender (kulturelles Geschlecht) beigepflichtet. Wobei das mit der Biologie halt auch nicht so eindeutig ist. Und so bleibt es dabei, dass wir wohl meinen, dies und das und besonders weiblich und männlich sei eine Naturgegebenheit und dabei haben wir es uns eben gesellschaftlich, kulturell so zurechtgelegt. Bis zur Aufklärung dachte man, es gäbe nur ein Geschlecht in zwei Ausformungen; andere Kulturen kennen drei und mehr Geschlechter; und sogar auf die Bibel und ihre Schöpfungsberichte kann man sich nicht so genau verlassen. Aber das ist wieder eine größere Geschichte, dazu bald mehr und mit herzlichen Grüßen, Frau Seibold

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